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ProSiebenSat.1 zieht Konsequenzen aus Prüfung zu Product Placement 21.12.2005
aktiencheck.de
Die Fernsehsendergruppe ProSiebenSat.1 Media AG (ISIN DE0007771172 / WKN 777117) erklärte am Mittwoch, dass sie Maßnahmen gegen unzulässiges Product Placement in ihren Programmen beschlossen hat und damit die Konsequenzen aus der Prüfung zu Schleichwerbung zieht, die eine unabhängige Kommission in den vergangenen Monaten durchgeführt hat.
Auf Grundlage dieser Prüfung hat der Vorstand der ProSiebenSat.1-Gruppe gestern die verpflichtende Einführung von "Richtlinien zur Trennung von Werbung und Programm" für alle Mitarbeiter sowie die Verankerung von "Leitlinien zur Sicherung der journalistischen Unabhängigkeit der ProSiebenSat.1-Gruppe" verabschiedet. Zudem hat man sich die "Selbstverpflichtung zur Mitwirkung bei Häufungen von Verdachtsfällen unzulässiger Schleichwerbung" auferlegt. Die Selbstverpflichtung räumt den zuständigen Landesmedienanstalten das Recht ein, Vertragsunterlagen durch einen sachverständigen Wirtschaftsprüfer einsehen und prüfen zu lassen. Der Vorstand ist mit seinen Maßnahmen auch der Empfehlung der Kommission gefolgt, eine noch striktere Trennung von redaktionellen Interessen der Sender einerseits und der kommerziellen des Vermarkters andererseits vorzunehmen.
Eine unabhängige Kommission aus Anwälten der Rechtsabteilung, Interner Revision und externen Anwälten hat seit Anfang September eine umfassende Prüfung zu Product Placement durchgeführt. Untersucht wurde das gesamte Programm aller Sender der Gruppe über die vergangenen fünf Jahre.
Die Kommission kommt zu dem Ergebnis, dass es in den vergangenen fünf Jahren außer im Fall von Worldcom und Connect TV und weiterer kleinerer Agenturen im Frühstücksfernsehen und im Regionalfenster von Sat.1 kein systematisch organisiertes Product Placement bei der ProSiebenSat.1-Gruppe gegeben hat. Die unzulässigen Produktplatzierungen in Zulieferungen für das Frühstücksfernsehen und das Regionalfenster 17:30 in Sat.1, hatte die Kommission bereits in ihrem Zwischenbericht im Oktober dieses Jahres dokumentiert. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen von Sat.1 durch Worldcom von 2000 bis 2004 auf rund 1,3 Mio. Euro, durch Connect TV von 2000 bis 2005 auf rund 1,5 Mio. Euro. Alle noch bestehenden Geschäftsbeziehungen zu Connect TV und den weiteren Agenturen wurden umgehend eingestellt, die Geschäftsbeziehung zu Worldcom war bereits im Jahr 2004 beendet worden. Als weitere Konsequenz aus dem Zwischenbericht wurde die Abteilung bei Sat.1 aufgelöst, die rundfunkrechtlich angreifbare Eigenvermarktung betrieben hatte.
Die Aktie von ProSiebenSat.1 Media notiert zurzeit bei 16,15 Euro (-0,62 Prozent).
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